Mentale Gesundheit systemisch betrachtet

Warum Reteaming® den Unterschied macht

Wenn wir über mentale Gesundheit sprechen, wird oft die persönliche Resilienz in den Mittelpunkt gestellt – also die individuelle Fähigkeit, mit Stress, Krisen und Herausforderungen umzugehen. Zweifellos ist unsere Resilienz eine Art „Immunsystem der Seele“ – sie schützt uns nicht vor den Krisen und Belastungen per se, sie verhindert jedoch, dass wir schwerwiegende Folgen, wie z.B. eine psychische Erkrankung davon tragen.

Viele Menschen fühlen sich mitunter erschöpft oder überfordert – und allzu oft wird ihnen geraten, ihre eigene Resilienz zu stärken. Doch was, wenn das eigentliche Problem in den äußeren Bedingungen liegt? Wenn ständige Erreichbarkeit, Leistungsdruck, Konkurrenz, wirtschaftliche Unsicherheit, Krisen und zwischenmenschliche Konflikte dauerhaft zum (beruflichen) Alltag gehören? Dann klingt dieser Auftrag eher zynisch und die Verantwortung, für Besserung zu sorgen, liegt ausschließlich beim Individuum. Wenn es trotz großer Bemühungen nicht gelingt, konstruktiv mit den Herausforderungen umzugehen, wird dies schnell als persönliches Versagen interpretiert und erzeugt nicht selten weitere Scham- und Schuldgefühle auf Seiten der ohnehin unter Stress und Anspannung leidenden Personen.

Mentale Gesundheit ist mehr als eine individuelle Aufgabe

Unsere psychische Gesundheit hängt nicht allein von unseren inneren Ressourcen ab, sondern ist das Ergebnis eines Zusammenspiels verschiedener Faktoren. Unser soziales Umfeld, die Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie gesellschaftliche Strukturen spielen eine ebenso wichtige, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle bei der Frage nach dem Gesundheitszustand einer Person. Hier setzt Reteaming® an – eine klar strukturierte, lösungsfokussierte Methode, die nicht nur den Einzelnen Menschen stärkt, sondern vor allem das gesamte Umfeld positiv beeinflusst.

Reteaming®: Lösungsfokus statt Problemfixierung

Reteaming® bedeutet so viel wie „Team-Neu-Gestaltung“. Der Ansatz basiert auf der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie und wurde von dem finnischen Psychiater Ben Furman (siehe Video OmU) und Tapani Ahola entwickelt. Statt einer umfassenden Problemanalyse liegt hier der Fokus auf kleinen machbaren Schritten in eine erwünschte Zukunft. Strukturiert und Step by Step gelingt der Wechsel von der Problem- zur Lösungsorientierung. Motivation und Kooperation, entstehen und verstärken sich dadurch, dass erkennbar wird, wir alle Beteiligten vom gemeinsamen Ziel profitieren können. Die Reteaming®-Schritte lauten in Kurzform:

1 – Beschreiben Sie Ihre Vision, in der das jetzige Problem bereits gelöst ist.

2 – Legen Sie sich auf ein Ziel fest, das Sie in nächster Zeit erreichen möchten und das für Sie am nützlichsten ist.

3 – Suchen Sie sich Helfer*innen, und teilen Sie ihnen mit, wie sie Sie konkret untersützen können.

4 – Schauen Sie auf den Nutzen, den das Ziel für Sie selbst und andere hat.

5 – Achten Sie auf bisherige Fortschritte, die sie bereits getan haben, um ihr Ziel zu erreichen.

6 – Planen Sie künftige Fortschritte auf dem Weg in die erwünschte Zukunft.

7 – Stellen Sie sich den Herausforderungen und erkennen Sie an, dass Vieles nicht leicht sein wird.

8 – Fördern Sie Optimismus, indem sie sich verdeutlichen, was Sie bisher schon erreicht haben, obwohl es schwierig war.

9 – Geben Sie ein Versprechen und verdeutlichen Sie, was Sie dazu beitragen werden, um das Ziel zu erreichen.

10 – Dokumentieren Sie die Fortschritte, damit sichtbar wird, wie weit Sie bereits gekommen sind.

11 – Bereiten Sie sich auf mögliche Rückschläge vor und finden Sie einen passenden Umgang damit.

12 – Feiern Sie den Erfolg, und danken Sie Ihren Helfer*innen!

aus: Furman / Ahola: Es ist nie zu spät, erfolgreich zu sein (Carl-Auer-Verlag)

Reteaming® ist überall dort wirksam, wo Menschen (gemeinsam) an einem Ziel arbeiten wollen. Die Methode ist seit vielen Jahren etabliert und findet im Einzel- oder Mehrpersonen-Setting Anwendung. Reteaming® wird dabei nicht nur in der Arbeitswelt, sondern z.B. sondern auch in der Arbeit mit Kindern und Familien als „Ich schaff’s“-Methode genutzt.

Auch z. B. in der Sozialarbeit, in Schulen und natürlich in Coaching, Beratung und Therapie, sowie in der Unternehmens- und Teamentwicklung setzen z.B. auch Firmen wie Microsoft und BMW auf Reteaming®-Prozesse. Durch den Fokus auf ein gemeinsames Ziel und den Blick auf Fortschritte, entsteht eine positive, ermutigende Atmosphäre. Ein wichtiger Grundsatz ist: „Keiner ist allein für das Problem verantwortlich, aber jeder für die Lösung“. So entsteht der nötige Teamgeist, um Veränderungen aktiv und positiv zu gestalten.

Mentale Gesundheit braucht ein unterstützendes Umfeld

Ob wir unter schwierigen Bedingungen (mental) gesund bleiben können, wird maßgeblich davon beeinflusst, in welchem „Klima“ wir uns bewegen. In diesem Sinne sind besonders Führungskräfte – und hierzu zähle ich ausdrücklich auch Eltern – immer auch „Klima-Beauftragte“. Sie sollen eine Atmosphäre und Strukturen schaffen, die mentale Gesundheit für alle Beteiligten begünstigen. Mit Reteaming® ist auch dies keine individuelle Aufgabe, was zur Entlastung der Führungskraft beiträgt. Gemeinsam lässt sich eine Kultur etablieren, in der Lösungen im Fokus stehen, gegenseitige Unterstützung und Wertschätzung selbstverständlich sind und Veränderungen mit Zuversicht angegangen werden. Für Führungspersonen ist Reteaming® insbesondere im Hinblick auf das Konzept der neuen Autorität eine Bereicherung.

Veränderung beginnt im Miteinander

Anstatt nur einzelne Personen zu stärken, sollten wir uns fragen: Wie können wir Strukturen schaffen, die es uns ermöglichen, auch unter schwierigen Bedingungen gesund, handlungsfähig und erfolgreich zu sein? Hier hilft der Wechsel vom Streben nach resilienten Individuen, hin zu resilienten Systemen. Reteaming® hilft dabei, diesen Wandel bewusst zu gestalten – sei es in Unternehmen, Teams oder im privaten Umfeld. Denn Resilienz entsteht nicht allein in uns selbst, sondern immer auch im Zusammenspiel mit anderen Menschen und unserer Umgebung.

Als als zertifizierte Reteaming®-Coach habe ich bereits viele Klient:innen mit Reteaming® im Einzelsetting, insbesondere im Führungskräfte-Coaching begleitet. Ich freue mich, meine Erfahrungen auch in der Gruppen- und Teamarbeit einbringen zu können und Unternehmen bei der „Team-Neu-Gestaltung“ zu unterstützen.

Für Anfragen zum Teamcoaching-Format im beruflichen Umfeld oder zu Impulsvorträgen rund um die Themen Reteaming®, Resilienz und mentale Gesundheit steht das Kontaktformular zu Verfügung. Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen!

Bild: Instagram – @worry__lines

Ich freue mich auf Sie!

Gemeinsam finden wir die passende Lösung.

Adresse:

MGH Worthmanns Hoff
Immentun 1, 27356 Rotenburg
- Termine auf Anfrage -

E-Mail:

info@gundlach-beratung.de

Telefon:

+49 4261 / 3057 271